Gemeinsamer Auftritt mit dem Akkordeon-Projektorchester Baden-Württemberg

 


 

Abschied von einem Großen

Akkordeonprojektorchester sagt auf der Remsparkbühne beim Serenadenkonzert Tschüss zu seinem Leiter Georg Penz

Ein ehrgeiziges Programm, in dem alle Register gezogen werden konnten, brachte das Akkordeon-Projektorchester Baden-Württemberg und der Chor Opera Gamundia des Liederkranz Weiler in den Bergen auf die Remsparkbühne. Pünktlich zum Matinee-Beginn hatte der Himmel ein Einsehen, es regnete nicht mehr.

Die vielen Zuhörer hatten sich zu einem besonderen Anlass eingefunden. Mit der Kooperation von Akkordeonorchester und Liederkranz Weiler unter Leitung von Kathrin Bechstein brachte Georg Penz noch einmal ein funkelndes musikalisches Feuerwerk zu seinem Abschied auf die Bühne. „Von Schwäbisch Gmünd habe ich mich schon verabschiedet, jetzt ist Schluss!", bekannte der Macher des Akkordeonprojektorchesters.

Im Jahr 1985 verwirklichte Georg Penz seine Idee, die besten Akkordeonspieler des Landes im Schwörhaus zu einem Projektorchester zusammenzuführen. Ein sehr erfolgreiches Unterfangen, wie die vielen Tourneen in alle fünf Erdteile bezeugen. Eine Gruppe, die sich bis heute immer wieder zu gemeinsamen Auftritten einstellt. „Es sind nicht mehr die ersten mit dabei, aber eine Spielerin der ersten Stunde spielt noch heute im Orchester", sagte Penz stolz. Beim aktuellen Auftritt spielten Musiker im Alter von 18 bis 60 Jahren.

In seinen originalgetreuen Gewändern brachte der Chor Opera Gamundia des Liederkranzes Weiler in den Bergen Farbe auf die Bühne. Das war wörtlich zu nehmen, denn mit dem Lied aus „My Fair Lady“, „Es grünt so grün“ und „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ kamen auch neue Töne ins Programm. Sehr innig und anrührend die beiden Solisten der St. Michael Chorknaben Moritz Graeve und Lukas Ewald mit dem „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“.

Das Programm der Matinee lautete „Heitere Klassik - vokal und Instrumental“. Ein Versprechen, das gehalten wurde. Das Akkordeonorchester begann mit der Ouvertüre zu Mozarts „Titus“. Heiter und fröhlich das Andante-Allegro der „Sinfonia in B-Dur“ von Johann Christian Bach. In schönem Kontrast dazu, temperamentvoll-feurig die „Spanischen Tänze“ von Moritz Moszkowski. Weiter mit Dvoraks „Slawischer Tanz“, Penzschen Arrangements wie der „Wiener Fiakerpolka“, den „Karpartenklängen“, „Brauttanz im Waagtal“, „Beim Karpatenfest“, in denen Penz sein musikalisches Vermögen zeigt. Die „Wiener Fiakerpolka - Am Stephansplatz“ widmete Georg Penz seinem Freund Rudi Pfennigbauer im Jahr 2002, der zu diesem Abschiedskonzert extra aus Wien angereist war.

Im Finale präsentierte der Chor Opera Gamundia „Irgendwo der Welt“ der Comedian Harmonists und mit dem Akkordeonorchester den „Chor der Landleute“ von Friedrich Smetana.

Bürgermeister Dr. Joachim Bläse kam rechtzeitig zum Schluss. Er erinnerte daran, dass Georg Penz stets Anregungen für Gmünd und seine Musiker brachte. Wehmut klang in den Abschiedsworten von Georg Penz, als er sich von Publikum  und Orchester verabschiedete. Sein Dank galt Kathrin Bechstein, die für ihn mit dem Chor Opera Gamundia ein Wunschpartner für diese Matinee war. Eine Zugabe kündigte Penz an, war jedoch sehr verwundert, als sein Orchester ihm nicht folgte. Es intonierte ein flottes Medley. Als Dank für seine Projektchorarbeit überreichten ihm die Akkordeonspieler eine Partitur mit Eigenarrangement nach Schostakowitsch mit dem Titel „Gmünder Schluss“.

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GT vom 10.7.2017, Text: Gise Kayser-Gantner mit Korrekturen von Horst Linke, Bilder: Wolfgang Weiss